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Katharina Bendixen: Der Whiskyflaschenbaum

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Katharina Bendixen
Der Whiskyflaschenbaum
Erzählungen
Jetzt als Taschenbuch lieferbar!
poetenladen, Leizig 2014 (2009)
ISBN 978-3-940691-59-0
ca. 140 Seiten, 14.80 Euro

 

Subtile Bilder des Verlustes

Katharina Bendixen beschreibt in ihrem Erzählband beklemmende Alltagssituationen, in denen Vertrautes und Abgründiges nebeneinander stehen. Da wird ein Urlaub in Mittelnorwegen zum Horrorszenario, der Nachwuchs überschwemmt das Familienhaus wie eine Rattenplage, und im Kellerlabyrinth einer anonymen Firma reihen sich Bestattungsräume für die Angestellten.

In einer knappen, suggestiven Sprache erzählt dieses Debüt von einer Welt ohne Utopien und von Men­schen, die nichts besitzen, woran sie sich festhalten können, außer am Gerüst der Routine. Bezeichnenderweise haben die Figuren in den Geschichten von Katharina Bendixen keine Namen. Sie sind Vater oder Mann, Mutter oder Frau, Bruder oder Kind. Wenn ein Mann versehentlich seinen Sohn mit dem Traktor über­fährt, wenn eine alte Frau vergisst, wie ihr Sohn heißt, und wenn ein Ehepaar einen Klein­garten für die Kinder bestellt, die es gar nicht gibt, sind Namen unwichtig.

 

Plötzlich kommt ein Kind unbestimmbaren Geschlechts mit Latzhose und riesiger Kamera in den Garten und fotografiert einen. „Bevor du mich fotografierst, solltest du mich fragen, ob ich etwas dagegen habe.“ „Mama hat gesagt, ich soll nicht fragen.“ Das kommt leise und doch unheimlich daher. Die raffiniert schlichte Sprache in den häuslichen Geschichten der jungen Leipziger Autorin Katharina Bendixen lässt ahnen, dass hier überall etwas tief nicht in Ordnung ist.
Börsenblatt | Burkhard Müller

Ein bemerkenswertes Debüt.
Katharina Bendixens Stil ist pointiert und schnörkellos. Szenen werden verdichtet und entwickeln sich zu Dramen.
Deutschlandfunk, Büchermarkt | Claudia Cosmo

Der Whiskyflaschenbaum drängt sich nicht auf. Man wird in die Erzählungen vielmehr hineingezogen, wie in einen Strudel aus Assoziationen, Bildern und Momenten, die einen schaudern lassen und tief berühren.
Junge Welt

Geschichten wie „Die Sache mit dem Teppich“, die aus Sicht einer hoffnungslos überforderten Alleinerziehenden geschrieben ist, oder „Ein Hammer schlägt gegen die Wand“, die den schmalen Grat zur Gewalteskalation thematisiert, dürften auch hartgesottenen Lesern an die Nieren gehen. Diese Geschichten hallen nach.
macondo | Frank Schorneck

Ein starkes Debüt der mehrfach preisgekrönten 28-Jährigen, das brisante existenzielle Fragen aufwirft.
Berliner Literaturkritik | Lutz Steinbrück

Die immer wieder geführte Klage hingegen, die neueren Autoren hätten nichts zu erzählen, kann man nach der Lektüre des „Whiskyflaschenbaums“ getrost vergessen. Eines der interessantesten, versiertesten Debüts der letzten Zeit.
Fixpoetry | André Schinkel

Die stärksten Momente entstehen in Bendixens Buch immer dann, wenn die präsentierten Handlungen unbemerkt ins Absurde und Groteske kippen. Die inhumane Realität bietet dann die Kulisse, in der die Schwelle hin zum Horror nicht mehr genau auszumachen ist.

Bemerkenswert dabei ist, wie Bendixen es schafft, die Urlaubsexpertise ganz allmählich ins Surreale hinübergleiten zu lassen, ohne Signale an den Leser oder deutliche Brüche.
literaturkritik | Philipp Weber

Mittels einer sorgfältigen, bündigen Sprache verwandelt die Buch­wissenschaftlerin und Hispanistin soziale Problematiken wie Altersdemenz, Kindervernachlässigung oder Xemophobie in leise, bisweilen fantastische Horrorszenarien.

Das ist kein Spiel mehr. Weder mit Worten noch mit der Angst. Katharina Bendixen jongliert nicht, sie macht ernst. Das Erzähl-Debüt der Leipzigerin überrascht und beeindruckt mit sprachlicher Sicherheit und erzählerischer Konsequenz.
Leipziger Volkszeitung | Janina Fleischer

Die schweigsame Souffleuse, die demenzkranke Großmutter, deren Katze tragisch verhungert, die Versandhaussüchtige, die ihrem Paketzusteller-Liebhaber das gemeinsam gezeugte Baby im Karton überreicht, die weit entfernt lebenden Kinder, sie alle tragen ihre ganz großen Sehnsüchte mit sich herum. Aber diese Sehnsüchte werden nie erfüllt. So viel Traurigkeit steckt in den kleinen Geschichten, so viel Mutlosigkeit, dass man nach 132 Seiten aufspringen und ganz laut und befreiend schreien will. – Keine schlechte Reaktion auf Literatur.
1LIVE WDR | Jens Drees

Dieses Buch ist ungeheuerlich und trotz seiner strengen Komposition ein Lesegenuss, denn Bendixen kann erzählen. Legoland ist abgebrannt und brennt noch, doch die Autorin schafft es, all der Trostlosigkeit eine gehörige Ladung trockenen Humors abzuringen.
Am Erker | Steffen Roye

Katharina Bendixen hat ein sensibles Gespür dafür, das literarische Personal nie vorzuführen, es nicht zu Freaks zu machen. … Das sind keine Verrückten, sondern Menschen, mit denen etwas passiert (ist). Und das arbeitet in ihnen. Düster das. Und sehr, sehr gut.
an.schläge wien | Nadine Kegele

Die Autorin schafft es, dass einem die Geschichten nahe kommen, und das, obwohl keiner der Protagonisten je einen Namen bekommt. Auch sprachlich ist es was besonderes, schlicht und gleichzeitig sehr intensiv und passend zum Verlag doch irgendwie poetisch.
Radio KölnCampus | Gespräch, Lisa Weigel

Die Geschichten von Katharina Bendixen sind kaum zu bändigen, Katastrophen bahnen sich in Alltäglichkeiten an.
Sax | Stadtmagazin Dresden

Foto: Regentaucher

 

Weitere Bücher:

Gern, wenn du willst (Erzählungen)

Ich sehe alles (Roman) 

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