plbanner

Jean Krier: Herzens Lust Spiele

16,80 € VERSANDKOSTENFREI
Versandkostenfrei
Lieferzeit 1–3 Tage

Bitte beachten Sie, dass es bei Lieferungen ins Ausland zu abweichenden Lieferzeiten kommen kann.

In den Warenkorb

Jean Krier 
Herzens Lust Spiele
Gedichte
poetenladen, Leipzig 2010
88 Seiten, 15,80 Euro
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-940691-14-9

 

Von der Neuerfindung der Sprache

Jean Kriers Gedichtband Herzens Lust Spiele zeigt den Dichter als ernsthaften Sprachspieler und virtuosen Arrangeur: Er strebt die Fusion zweier Unendlichkeiten an – die Fusion von Sprache und Ozean. Seine Gedichte, so schrieb Michael Braun, wirken in ihrer rhythmischen Bewegung und ihrer vokabulären Textur ebenso fluid wie die Wellen des Meeres.

»Jean Krier erfindet die Sprache der Lyrik neu – aus verbalem Strandgut, aus Worthülsen, Sprachmüll, aber auch aus klassischen Reminiszenzen, Anspielungen, Alltagspoesie. Seine streckenweise virtuos arrangierten Gedichte sind Sprachkritik und Fest der Sprache zugleich, lauschen dem, was dem sensiblen Ohr des Autors vorgesetzt und zugetragen wird, die poetischen Möglichkeiten ab.« 
Frankfurter Rundschau

Jean Krier wurde 1949 in Luxemburg geboren und starb 2013 in Freiburg im Breisgau. Er stu­dierte Germanistik und Anglistik in Frei­burg und lebte in Luxem­burg. 2011 wurde mit dem Chamisso-Preis und dem Prix Servais ausge­zeichnet. Veröffent­lichungen in vie­len Literatur­zeit­schriften wie Sinn und Form, ndl, manu­skripte, Akzente. etc. 
Jean Krier ver­öffent­lichte mehrere Gedicht­bände. 2010 erschien im poetenladen sein Band Herzens Lust Spiele. Für diesen Gedichtband insbe­sondere erhielt er 2011 den Adel­bert-von-Chamisso-Preis. 
Jean Krien verstarb kurz vor der Fertigstellung seines nächsten Bandes. Michael Braun gab das Buch aus dem Nachlass unter dem Titel Eingriff, sternklar im Herbst 2014 im poetenladen Verlag heraus.
Stimmen zum Buch

Jean Krier wird mit dem Chamisso-Preis 2011 für die freirhythmischen Elegien seines jüngsten Bandes Herzens Lust Spiele (poetenladen 2010) geehrt. Seine deutschsprachigen Wortteppiche, die er subtil mit französischen Einsprengseln spickt, speisen sich aus Erfahrungsmomenten und Lektüreerlebnissen. Die scheinbar prosanahen Texte nehmen die europäische Tradition der literarischen Moderne des 20. Jahrhunderts auf und erweitern deren thematisches und sprachliches Spektrum. 
Chamissopreis-Jury | 2011

Der Luxemburger Jean Krier bewegt sich seit langem zwischen den Kulturen. Seine Gedichte schreibt er auf Deutsch, durchsetzt sie aber gern mit französischen Einsprengseln. Auch liebt er die Mischung von Stilen und Redeweisen, von Surrealem und Alläglichem, von Pathos und Ironie. … Das Französische bringt den Dichter auf den Teppich zurück. Ironie macht das Pathoas genießbar. 
Frankfurter Allgemeine Zeitung, H.H., Juli 2010

Der Luxemburger Jean Krier ist der erste »reine« Lyriker seit zehn Jahren, der den Chamisso-Preis erhält, vor allem für seinen jüngsten Gedichtband »Herzens Lust Spiele« (2010) – Gedichte, die die deutsche Sprache bereichert haben, so die Jury. 
Frankfurter Rundschau, März 2011

Das Alte Testament klingt an und die Apokalypse des Johannes, Dichter des Barock, Hölderlin, Gottfried Benn, Georg Büchner oder Ashbery, William Carlos Williams, Beckett, Proust. Und sosehr diese Gedichte vom Bewusstsein der Vergänglichkeit, dem Ausgesetztsein handeln, vermeiden sie doch souverän (auch trotzig, auch heiter) jedes Pathos durch Lakonie oder eine kleine ironische Geste. 
Neue Zürcher Zeitung, A. Overath, September 2010

Wer frische Luft atmen will, braucht Jean Kriers neues Buch »Herzens Lust Spiele«. So etwas hat man hierzulande noch nicht gelesen. Besser gesagt: So etwas liest man hierzulande nicht. Kein Wunder – der deutschsprachige Dichter lebt in Luxemburg. 
Kriers Dichtung ist außergewöhnlich, originell und eigenwillig und nimmt zu keinem Zeitpunkt irgendein Blatt vor den Mund.
Kriers Gedichte zeigen schonungslos auf, was geht und vergeht. Sie sind dabei selten larmoyant und nie melancholisch; immer kontert stattdessen eine heitere, gewitzte Selbstironie. 
Berliner Literaturkritik, Achim Steigenberger

Le sublume et le grotesque: Bei der Lektüre von Jean Kriers Gedichten in dem soeben erschienenen Band Herzens Lust Spiele besticht sogleich das leichtfüßig-lustvolle Spiel mit der Sprache auf mehreren Ebenen, insbesondere der syntaktischen und lexikalischen. 
Kriers freie Verse evozieren assoziativ, fügen in expressionistischer Manier Sprachfetzen in einem ungewohnten Umfeld zusammen zu einer melodischen Klangmagie, deren mysteriöser Charme den Leser unversehens in ihren Bann schlägt. 
La Voix, Luxemburger Wort, 17.03.2010


Une incroyable façon de nous faire mourir
Michel Deguy: Fragment du Cadastre

Ich lebe doch – sonst wäre nicht Welt, u muss
noch hinaus zu den Toten, sie zu wecken u wenden,
die im Viehwaggon da, dass sie mal andersrum
u ab in die Fabrik oder gleich in den Ofen u
leichtbeschwingt durch den Schornstein, sonst wär
die andere Welt. Wie die Strandräuber, warm
im Gedärm, von Dankbarkeit so erfüllt. Une incroyable
façon de mourir. Und Welt nicht anders, nichts anders
als im Sessel u zum Fenster u die blütenlose jetzt Zeit.
Schon diese Art zu fragen – man kann’s nicht mehr
hören. Tanz der Staubpartikel im Licht. Gib dir doch
Mühe, Mensch, mit den Bässen, beachte die Linie
u wie die Luft tönt hell über dem Wasser. Denn
sie ist Filiale u ich bin die Wunde, in die der Finger.
Wie gut u leicht haben ohne Welt die Toten doch reden.

 

Ile d‘ Ouessant 05, 5
Aus: Herzens Lust Spiele. poetenladen 2010

 


Das Buch im Verlag

 

 

 

Foto: Bosch-Stiftung / Yves Noir

suprcomonlineshop

Einloggen

Guten Tag, | Ausloggen

Guten Tag, | Adminbereich | Ausloggen