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Jean Krier: Eingriff, sternklar

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Jean Krier
Eingriff, sternklar
Gedichte aus dem Nachlass
Herausgegeben von Michael Braun
88 Seiten | 17,80 Euro
ISBN 978-3-940691-61-3
poetenladen Verlag, 2014

 

Rhapsodik der Sterblichkeit

Der luxemburgische Dichter und Chamisso­preisträger Jean Krier gehört zu den wich­tigsten Stimmen der Gegenwartslyrik im deutschen Sprachraum. Nach seinem Band »Herzens Lust Spiele« (poeten­laden 2010) plante er für 2014 die Publikation eines neuen Gedicht­bands, über dessen Fertig­stel­lung er verstarb. Aus dem um­fassenden Nach­lass mit mehr als 60 Gedichten konnte unter der Heraus­geber­schaft von Michael Braun das letzte Werk des Lyrikers ver­öffent­licht werden.

Dieser Band »Ein­griff, sternklar« beinhaltet einige der ein­drucks­vollsten Gedichte des Autors, darun­ter auch Texte, die in der Vor­ahnung des Todes ge­schrie­ben wurden. Jean Kriers virtuos arran­gierten Gedichte sind Sprach­kritik und Fest der Sprache zugleich, sie lauschen dem, was dem sensiblen Ohr des Autors vor­gesetzt und zu­getragen wird, die poetischen Möglich­keiten ab.

»Es sind überwältigend schöne Gedichte, in denen der Ton Hölderlins nachhallt und mit ihm die Bewegung der alkäi­schen Oden­strophe, vermischt mit den Melan­cholien eines Bewusst­seins, das die Nähe des Todes spürt.« Michael Braun

 

Jean Krier wurde 1949 in Luxemburg geboren und starb 2013 in Freiburg im Breisgau. Er stu­dierte Germanistik und Anglistik in Frei­burg und lebte in Luxem­burg. 2011 wurde mit dem Chamisso-Preis und dem Prix Servais ausge­zeichnet. Veröffent­lichungen in vie­len Literatur­zeit­schriften wie Sinn und Form, ndl, manu­skripte, Akzente. etc.
Jean Krier ver­öffent­lichte mehrere Gedicht­bände. 2010 erschien im poetenladen sein Band Herzens Lust Spiele. Für diesen Gedichtband insbe­sondere erhielt er 2011 den Adel­bert-von-Chamisso-Preis.  Jean Krien verstarb kurz vor der Fertigstellung seines nächsten Bandes. Michael Braun gab das Buch aus dem Nachlass unter dem Titel Eingriff, sternklar im Herbst 2014 im poetenladen Verlag heraus.

 

Stimmen zum Buch

Eingriff, sternklar ist ein Band voller schöner, zum Teil wunderbar ergreifender Gedichte, die den Leser manchmal ein wenig schwermütig zurücklassen, ihm (und wahrscheinlich auch zuletzt Krier selbst) aber auch immer wieder Tröstendes entgegenbringen: ›Es ist vollbracht, nun stirbt’s sich schattenleicht‹. Braun stellt in seinen editorischen Schlussbemerkungen heraus, dass man hier ›Jean Kriers Verfahren zur poetischen Konzentration und rhythmischen Dynamisierung seiner Texte genau studieren‹ könne. Dieser editorische Kniff ist eine große Bereicherung für das eigene Lesen, da man vielen dieser Gedichte bereits in den vorhergehenden Kapiteln begegnet ist – und nun ein ganz neuer Lektüreeindruck entstehen kann. Literaturkritik | 2015

Jean Kriers neuer und letzter Gedichtband Eingriff, sternklar wurde nicht mehr von ihm selbst fertiggestellt. Michael Braun hat die Gedichte sorgfältig gesichtet und arrangiert.
Krier findet in Eingriff, sternklar noch kühnere Bilder für Vergänglichkeit. Dabei ist sein Ton nie unterkühlt; immerzu geht etwas Warmes und Sympathisches von den Gedichten aus. Signaturen | 2014

Im diesem poetischen Spannungsfeld eröffnen die Krierschen Verse plötzlich weite Bewusstseinslandschaften; Möglichkeitsräume, in denen das lyrische Ich auch sein dialogisches und späteres Gegenüber sucht – dort, wo ihm die Sprache versagt, »letzte Worte, die stecken bleiben im Hals (…)«, wo die sprachliche Ordnung instabil wird, irritiert und Konventionen unterläuft; wo sie sogar ganz abbricht und die ohnehin hart gefügten Figuren, Redewendungen und Gedankengänge ihrer Eigendynamik und der Ver-Antwortung des Leser überlässt: Dort halten die Gedichte auf etwas zu, vielleicht auf ein humanes Mit-Leiden angesichts der erschreckenden Leere metaphysischer Räume. Badische Zeitung 2014

Wenn Pathos auf Profanes trifft, dann entwickelt die Ode in ihrer deutschen Version ihren eigentümlichen Charakter. Es brauchte den Luxemburger Jean Krier, um das mit einer lakonischen Wucht zu beweisen, die in der deutschen Gegenwartslyrik Ihresgleichen sucht. Selten hat ein Lyriker, der eigentlich nur zwei Arten von Gedichten über im Grunde nur ein einziges Thema schrieb, diese mit dermaßen viel Gewalt und Lust angereichert. Selten hat ein Lyriker, der eigentlich in einer anderen Sprache dichtete, deren innere Spannungen derart konsequent ausgeschöpft. Fixpoetry, 2014

Als der luxemburgische Dichter Jean Krier im Januar 2013 verstarb, hinterließ er ein vorbereitetes Manuskript mit Gedichten. Aus diesem Material hat der Literaturkritiker Michael Braun einen Band arrangiert und einfühlsam kommentiert.  In den vier Kapiteln von Eingriff, sternklar ziehen noch einmal die Bilder, die Angstträume, die Musik und das Erwachen durch das Bewusstsein. Leben und Lesen sind eins. Neue Zürcher Zeitung, Tom Schulz 2015


O Stern

Im Frühling stirbt man lichterleicht u steht so auf, dass
von der Kammer ein Stein. Denn schwer nur zu tragen
die Welt, doch schon wieder Schneefall u wie flogen
die Glocken, wie Blüten, spitzenbesetzt. War weit u
breit die Nacht. Vogelgezwitscher dann u der liebe Tag –
schrecklicher noch als der Traum so flatter hier, und dies,
dass nichts schmerzt mehr im Kreuz, nicht Sonne, nicht
Mond, die ganze Musik. War nass der Wald u schwarz
vom Schnee, wenn die Jäger das Restfleisch. Und bleich
das Gebein, nur HundeAugenBlick, der zagt. Zum Barmen
in allen Taschen die Schatten. So aber dem lieben Gott
gefällt. Es ist vollbracht, nun stirbt’s sich schattenleicht.

 

Aus: Eingriff, sternklar (poetenladen Verlag)


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