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DIE NUTZHANF- PLATTFORM

 

Möglichkeiten

Worum handelt es sich bei CBD?
 

Das Cannabidiol (CBD) ist eine der über 60 Komponenten des Cannabis, man spricht von etwa 280 Inhaltsstoffen, welche als phytocannabinoiden Moleküle bezeichnet werden. Über Jahrhunderte war die Hanfpflanze bevorzugtes Heilmittel. Der Wirkstoff CBD ist das medizinisch ganz außergewöhnliche Cannabinoid, die Pflanze besteht bis zu 40 Prozent aus CBD. Zum ersten Mal isolierten es um 1960 in Israel ein Professor Mechoulam. Wenn man sich die medizinischen und wissenschaftlichen Quellenberichte betrachtet, hat das CBD ganz ungewöhnliche medizinische Eigenschaften. Alleine seit 2013 gibt es offizielle über den Dienst Institutos Nacionales de la Salud über 1100 Studien zu CBD. CBD verursacht kein High, keine Psychoaktivität wie THC. Im Gegenteil, es wirkt als Antagonist und dämpft die berauschende Wirkung des THC.

 

Im Hanf gibt es in hoher Konzentration die beiden Inhaltsstoffe THC und CBD.
THC (Tetrahydrocannabinol) ist für die Psychoaktive Wirkung verantwortlich, während CBD die therapeutische Wirkung ausmacht. In den letzten Jahren ist CBD sehr intensiver untersucht worden, doch noch lange nicht sind all die Möglichkeiten, die dieses Cannabinoid bietet, offen gelegt oder auch nur im Entferntesten klar geworden. Die beiden Cannabinole wirken im Übrigen zusammen, ergänzen sich in der medizinischen, heilsamen Wirkung. So gilt es bei dem Einsatz der Wirkstoffe immer die richtige Balance zu finden, ganz nach Krankheitsbild und individuellem Zustand des Patienten. Ganz klar, ein höherer CBD Anteil mildert und neutralisiert, sorgt für erheblich weniger Auswirkungen auf zerebraler Ebene.

Die Zellen des menschlichen Körpers kennen, soweit wir das wissen, zwei Type von Cannabiniod-Rezeptoren, das sind CB1 und CB 2. Am häufigsten kommen diese Rezeptoren im Immunsystem und im Gehirn der Säugetiere. Diese werden aktiviert, wenn man CBD zu sich nimmt. Wie Studien und Untersuchen belegt haben, verursacht dies, also die Abgabe von nicht-toxischen Cannabinioden an unser uraltes endocannabinoides Nervensystem (SEC) keinerlei Abhängigkeit, sondern gesundet das SEC. Jede Cannabissorte hat einen individuell zusammengesetzten Anteil von diesen beiden und all den anderen Ihaltsstoffen. Durch Züchtung ist es möglich, beispielsweise Pflanzen mit einem sehr hohen CBD-Anteil zu erhalten. Ein Trend, der nachhaltig anhält, denn nicht die berauschende Wirkung des Hanfes ist wichtig, sondern seine therapeutischen Inhaltsstoffe. In herkömmlichen Hanfpflanzen findet sich ein CBD Anteil von etwa 0,6 und 1 Prozent. Der Unterschied zwischen diesen 0,6 und den Pflanzen über 1 Prozent Wirkstoffgehalt ist ausschlaggebend.

 

Durch die anhaltende Diskussion um den Hanf, sind auch eine ganze Reihe von Medizinern aufmerksam geworden. Das CBD als Wirkstoff, in Alternative zur Nutzung der kompletten Pflanze,mit den relativen „Nachteilen“ des THC-Anteiles, gewinnt in immer mehr wissenschaftlichen Studien zunehmende Bedeutung. In einer amerikanischen Studie aus 2013 heißt es „CBD beeinflusst weder psychomotorische noch psychologische Funktionen. CBD ist gut verträglich und sicher, auch in hohen Dosierungen.“

Die bekannten medizinischen und therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten sind schon fantastisch, ständig kommen neue hinzu. Einige der schon bekannten Wirkungen sind, dass es antiemitisch wirkt, bei psychotischen Störungen wirksam ist, Übelkeit verringert, entzündungshemmend arbeitet, entgiftend, tumorhemmend (tatsächlich regt CBD die Tumorzellen an, sich selbst zu zerstören), es hilft bei Depressionen und Angstzuständen, Epilepsie (!!!), ist schmerz- und krampflindernd. Da CBD keinerlei Art von „High“ bewirkt, muss sich der Arzt auch eine entsprechenden Sorgen machen.

 

In zahlreichen wissenschaftlichen Forschungsstudien wurde mittlerweise schlüssig nachgewiesen, dass CBD auch als Behandlungsmittel bei, Diabetes, Alkoholismus, Schizophrenie, MS, antibiotikumresistente Posttraumatischer Stressstörung, Arthritis, Infektionen, chronischem Schmerzsyndrom, Epilepsie, Endometriose, in Bezug auf neuroprotektive und neurogenerische Effekte und anderen neurologische Fehlfunktionen einen sehr hohen Wirkungsgrad aufweist. In den USA, eigentlich überall auf der Welt wird seine Wirksamkeit gegen Krebs untersucht. Wurden in der Vergangenheit immer noch präklinische Untersuchungen angestellt, an Cannabinoid-Molekülen in Reagenz und Petri-Schalen, ist man heute längst über die Tierversuche hinaus und bei der klinischen Erprobung beim Menschen angelangt. Die Wissenschaft und, durch die Öffentlichkeit gezwungen, auch die Gesetzgebung, hat hier (immer noch in ihrem Rahmen) sehr flexibel reagiert und ist noch dabei.

 

CBD Öl
Das Öl kann auf diverse Arten gewonnen werden. Dabei werden die Komponenten der Pflanze isoliert, mit unterschiedlichen Extraktions-techniken die Wirkstoffe herausgelöst. So ist es möglich, CBD auf verschiedenste Art und Weise zu konsumieren. Man kann die Inhaltsstoffe inhalieren, rauchen, schlucken. CBD kann man in Kapselform benützen oder als Tinktur oder Paste oder Salbe oder Creme. Die Öle, die heute im Handel sind, sind zumeist mit Olivenöl oder auch mit Hanföl zubereitet. Das Öl ist einfach einzunehmen und zu dosieren. Die Fläschchen haben eine Pipette, die die tropfenweise Abgabe möglich macht. In aller Regel genügen etwa 1-3 Tropfen mehrmals (etwa 3-4 Mal) täglich. Das hängt ganz vom Patienten und der Krankheit ab. Vorsichtig ist bei der Aufbewahrung geben. Die natürlichen Öle und Bestandteile des Cannabis zersetzen sich unter Lichteinfluss und bei Hitze. Deswegen sollte man das Öl immer schattig und kühl aufbewahren.

 

Gibt es einen Unterschied zwischen Hanf und Marihuana?

 

Es geht grundsätzlich um Nutzhanf und gezüchteten Hanf, der so gepflanzt wird, dass er als Droge zu konsumieren ist, also einen relativ hohen THC-Anteil hat. Der Industriehanf, aus dem das CBD-Öl letztlich gewonnen wird, hat so gut wie keinen psychoaktiven Anteil, das heißt nur verschwindend geringe Mengen von THC. Würde man Industriehanf rauchen um „high“ zu werden, könnte man ein ganzes Feld rauchen und würde lediglich Kopfschmerzen bekommen.

 

Angesichts der zunehmenden Aufmerksamkeit, die dem CBD in Zukunft zukommen wird, werden auch eine ganze Menge an Präparaten auf den Markt kommen. Es empfiehlt sich daher, wenn man CBD Öl verwendet, beim Kauf einige Grundregeln zu beachten.

 
  1. Das Etikett muss weiterhin Anweisungen für die Einnahme sowie die Angabe der durchschnittlichen sowie der maximalen Dosen enthalten.
  2. Das Produkt sollte mit einem Etikett versehen sein (und versiegelt. Bei Cibdol, dem Öl das „KrautKleid“ empfiehlt, gibt es ein Plastiksiegel), das den Inhalt beschreibt, klare Mengenspezifizierung (wie Vitamine Alkanenitrogenisierte Verbindungen Flavonoide Terpene,, Zucker,Aminosäuren, usw. Die Herstellungsmethode muss klar sein. (mit Olivenöl, Alkohol etc.). Auf der Website sollten weitere Untersuchungen und detailliertere Informationen einsehbar sein.
  3. Es sollte unbedingt die genaue Konzentration des aktiven Inhaltsstoffs CBD anzeigen.
  4. Das Etikett oder der Lieferumfang sollten weiterhin Anweisungen für die Einnahme sowie die Angabe der durchschnittlichen sowie der maximalen Dosen enthalten. 


Die Einsatzgebiete von CBD dem nicht psychoaktiven Bestandteil des Hanfes

Überblick
Übelkeit und Erbrechen	
Appetitlosigkeit und Abmagerung	
Spastik
Tourette-Syndrom und andere Bewegungsstörungen	
Schmerzzustände
Juckreiz
Glaukom
Epilepsie
Asthma
Abhängigkeit und Entzugssymptome	
Psychiatrische Symptome	
Hyperaktivitätssyndrom/ADHS
Morbus Alzheimer	
Autoimmunerkrankungen und Entzündungen	
Verschiedenes, gemischte Syndrome

Überblick

Die medizinische Kenntnisslage zu den verschiedenen möglichen Anwendungsgebieten von Cannabis sind sehr uneinheitlich. Für Übelkeit und Erbrechen bei Krebschemotherapie, Appetitlosigkeit und Abmagerung bei HIV/Aids, bei chronischen, vor allem neuropathischen Schmerzen sowie Spastik bei multipler Sklerose und Querschnittserkrankungen ist sie gut, für andere wie Epilepsie, Juckreiz und Depressionen eher schlecht. Allerdings spiegelt der wissenschaftliche Erkenntnisstand für eine bestimmte Indikation nicht unbedingt das tatsächliche therapeutische Potenzial bei dieser Erkrankung wieder.	

Klinische Studien mit einzelnen Cannabinoiden oder mit Ganzpflanzenzubereitungen (gerauchter Cannabis, Cannabisextrakt) zur Untersuchung ihres therapeutischen Potenzials wurden oft durch positive Erfahrungen von Patienten mit der illegalen Anwendung natürlicher Cannabisprodukte angeregt. Dies gilt beispielsweise für die brechreizhemmenden, die appetitsteigernden und die muskelrelaxierenden Effekte, die Schmerzhemmung sowie für die therapeutische Verwendung beim Tourette-Syndrom.	

Auch Zufallsbeobachtungen haben Hinweise auf therapeutisch nutzbare Effekte ergeben, wie etwa die Beobachtung in einer Studie zum appetitsteigernden Effekt von THC bei Patienten mit Morbus Alzheimer aus dem Jahre 1997, dass nicht nur Appetit und Gewicht zunahmen, sondern auch das verwirrte Verhalten abnahm oder die Entdeckung des augeninnendrucksenkenden Effektes Anfang der 70er Jahre. Einige möglicherweise interessante Indikationen wurden von der medizinischen Forschung noch nicht überprüft, sind jedoch in der modernen Volksmedizin weit verbreitet. Zusätzlich zu klinischen Untersuchungen wurden daher in den vergangenen Jahren Befragungen an Personen, die Cannabis therapeutisch nutzen, vorgenommen. Diese fanden entweder als mündliche, unstandardisierte Interviews im Rahmen von Untersuchungen staatlicher oder wissenschaftlicher Institutionen (Wissenschaftsausschuss des britischen Oberhauses, Medizininstitut der USA) zum therapeutischen Potenzial der Hanfpflanze statt oder als anonyme Befragung mittels standardisierter Fragebogen.

Übelkeit

Nebenwirkungen der Krebschemotherapie ist die am besten untersuchte Indikation mit etwa 40 Studien (THC, Nabilon, Cannabis) vor allem in den achtziger Jahren. THC ist hierbei relativ hoch zu dosieren, so dass psychische Nebenwirkungen vergleichsweise häufig auftreten. THC ist hochdosiertem Metoclopramid unterlegen. Vergleiche mit einem der modernen spezifischen Serotonin-Antagonisten fehlen. Einige jüngere Untersuchungen haben gezeigt, dass THC in niedriger Dosierung die Wirksamkeit anderer brechreizhemmender Medikamente verbessert, wenn es zusammen mit diesen gegeben wird. Es gibt zudem Hinweise aus klinischen Studien, dass Cannabinoide auch bei Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer Strahlentherapie sowie nach Operationen wirksam sind. Cannabisprodukte werden in der Volksmedizin auch gern bei anderen Formen von Übelkeit eingesetzt, vor allem bei Aids und Hepatitis, aber auch bei 

Schwangerschaftserbrechen.
Appetitlosigkeit und Abmagerung

Ein appetitanregender Effekt wird bereits bei Tagesdosen von 5 mg THC beobachtet. Die Dosierung kann bei Bedarf bis auf 20 mg pro Tag erhöht werden. In einer Langzeitstudie mit 94 Aids-Patienten blieb der appetitanregende Effekt von THC im Vergleich mit der Appetitsteigerung in einer sechswöchigen Studie erhalten. Im Vergleich zu Placebo führte THC zu einer Verdopplung des Appetits. Die Patienten tendierten mindestens 7 Monate lang zu einem stabilen Körpergewicht. Es wurde auch über eine positive Beeinflussung des Gewichts bei 15 Patienten mit Morbus Alzheimer, die die Nahrungsaufnahme verweigerten, berichtet. Überraschenderweise nahm unter THC im Vergleich zu Placebo auch das verwirrte Verhalten ab. Auch bei Krebspatienten und bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) können Cannabisprodukte den Appetit verbessern.

Spastik

In vielen Studien mit THC, Nabilon und Cannabis wurde eine gute Beeinflussung der spinalen Spastik im Rahmen der multiplen Sklerose und bei Querschnittserkrankungen beobachtet. Weitere günstig beeinflusste Symptome umfassten Schmerz, Parästhesien (Missempfindungen), Zittern und Ataxie. Einige Studien wiesen auch eine verbesserte Kontrolle der Blasenfunktion nach. Es liegen Einzelfallberichte über eine günstige Beeinflussung der Spastik durch Cannabis auch bei Schädigungen des Gehirns vor.
Tourette-Syndrom und andere Bewegungsstörungen
Es liegen einige positive Erfahrungen über eine Behandlung mit Cannabis beim Tourette-Syndrom, bei Dystonien und tardiven Dyskinesien vor, zum Einsatz beim Tourette-Syndrom nun auch die ersten kontrollierten Untersuchungen. Die meisten Patienten erleben möglicherweise nur eine geringe Besserung, einige jedoch eine bemerkenswert gute bis zur völligen Symptomkontrolle. Bei einigen MS-Patienten wurden nach THC-Gabe antiataktische Wirkungen und eine Verringerung des Zitterns beobachtet. Trotz gelegentlicher positiver Berichte fanden sich keine objektivierbaren Erfolge beim Morbus Parkinson und bei der Chorea Huntington. Allerdings könnten Cannabisprodukte möglicherweise bei durch das Medikament L-Dopa induzierten Bewegungsstörungen im Rahmen eines Morbus Parkinson eingesetzt werden, ohne die Grundkrankheit zu verschlechtern.

Schmerzzustände

Große klinische Studien haben schmerzlindernde Eigenschaften von Cannabisprodukten nachgewiesen. Zu den möglichen Indikationen zählen neuropathische Schmerzen bei multipler Sklerose, Armplexusschädigung und HIV, Schmerzen bei rheumatoider Arthritis, Krebsschmerzen, Kopfschmerzen, Menstruationsschmerzen, chronische Darmentzündungen und Neuralgien. Eine Kombination mit Opiaten ist möglich.

Juckreiz

Nach einigen kleinen Studien lindern Cannabinoide innerlich oder auch äußerlich in Salben den Juckreiz unterschiedlicher Ursachen, beispielsweise starken Juckreiz im Rahmen von Lebererkrankungen.

Glaukom

1971 wurde bei der systematischen Erfassung von Cannabiswirkungen an gesunden Cannabiskonsumenten der augeninnendrucksenkende Effekt entdeckt. In den folgenden 12 Jahren wurde eine Anzahl von Untersuchungen an gesunden Probanden und Glaukompatienten mit Cannabis sowie verschiedenen natürlichen und synthetischen Cannabinoiden durchgeführt. Danach senkt Cannabisrauchen und die orale Gabe von THC in Dosen von 10-20 mg den Augeninnendruck um durchschnittlich 25-30%, gelegentlich um bis zu 50%. Vermutlich wirken auch einige nicht-psychotrope Cannabinoide und in geringem Maße einige nichtcannabinoide Bestandteile der Hanfpflanze augeninnendrucksenkend.

Epilepsie

In tierexperimentellen Studien wurden antiepileptische Effekte einiger Cannabinoide nachgewiesen. Die antiepileptischen Wirkungen von Phenytoin und Diazepam wurden durch THC verstärkt. Der Einsatz bei der Epilepsie zählt historisch zu den ältesten überlieferten Indikationen. Nach wenigen Fallberichten aus dem 20. Jahrhundert ist Cannabis auch heute für einige Patienten mit generalisierter Epilepsie ein Mittel, um eine sonst nicht kontrollierbare Anfallserkrankung zu kontrollieren. Cannabis zeigt gelegentlich auch prokonvulsive Effekte.

Asthma

Die vorwiegend aus den siebziger Jahren stammenden Studien sind sämtlich Akutstudien. Die Wirkungen einer Cannabiszigarette (2% THC) bzw. von oralem THC (15 mg) entsprechen etwa der klinischer Dosen bekannter bronchienerweiternder Medikamente (Salbutamol, Isoprenalin). Wegen der schleimhautschädigenden Wirkungen sollte die orale Verwendung von Cannabisprodukten bevorzugt werden. In Einzelfällen wurde nach inhalativer Aufnahme eine reflektorische Bronchienverengung beobachtet.

Abhängigkeit und Entzugssymptome

Nach historischen Berichten und einigen Kasuistiken ist Cannabis ein gutes Mittel zur Bekämpfung der Entzugssymptomatik bei Benzodiazepin-, Opiat- und Alkoholabhängigkeit. Es wird daher auch gern als Ausstiegsdroge bezeichnet. Dabei spielt möglicherweise sowohl die Verminderung körperlicher Entzugssymptome als auch die Reduzierung der mit der Aufgabe des Suchtmittelkonsums verbundenen stressenden Gefühle durch Cannabis eine Rolle.

Psychiatrische Symptome

Wiederholt wurde in verschiedenen Studien als Nebeneffekt der Behandlung mit Dronabinol eine stimmungsaufhellende Wirkung bei reaktiver Depression beobachtet. In der Literatur finden sich einige Kasuistiken für weitere psychiatrische Erkrankungen bzw. Symptome, wie Schlafstörungen, Angststörungen, bipolare Störungen, schizophrene Psychosen und endogene Depressionen. Nach einigen Fallberichten war THC gut wirksam bei sonst therapieresistenten starken Zwangsstörungen. Cannabinoide können günstig auf unterschiedliche Symptome posttraumatischer Belastungsstörungen einwirken. Verschiedene 

Autoren haben unterschiedliche Sichtweisen auf psychiatrische Syndrome im Zusammenhang mit Cannabis formuliert. Während die einen eher die durch Cannabis verursachten Probleme betonen, stellen andere eher die therapeutischen Chancen in den Vordergrund. Möglicherweise können Cannabisprodukte – abhängig vom konkreten Fall – bei psychischen Erkrankungen nützlich oder schädlich sein.

Hyperaktivitätssyndrom/ADHS

Cannabis kann hilfreich bei Patienten mit ADHS	 (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) sein.

Morbus Alzheimer

Klinische Studien haben gezeigt, dass Cannabinoide bei Alzheimer-Kranken nicht nur den Appetit steigern, sondern auch das verwirrte Verhalten sowie die Agitiertheit verringern.
Autoimmunerkrankungen, Entzündungen und Allergien
Bei einer Anzahl von entzündlichen Schmerzsyndromen (z.B. Colitis ulzerosa, Arthritis) wirken Cannabisprodukte möglicherweise nicht nur schmerzlindernd sondern auch entzündungs-hemmend. So berichten Patienten beispielsweise von einem verringerten Bedarf an steroidalen und nicht-steroridalen Antiphlogistika. Es liegen zudem einige Berichte über positive Effekte einer Cannabisselbstmedikation bei Allergien vor. Unklar ist, ob Cannabisprodukte einen relevanten Effekt auf ursächliche Prozesse einiger	 Autoimmunerkrankungen ausüben können.

Verschiedenes, gemischte Syndrome

Es existieren eine Anzahl positiver Erfahrungsberichte bei vielen Indikationen, die nicht den oben genannten Gruppen zuzuordnen sind, wie SchluckaufBluthochdruck, Morbus Huntington, Morbus Parkinson, Tinnitus, chronisches Müdigkeitssyndrom, Restless-Leg-Syndrom und andere. Es wurden bisher von verschiedenen Autoren mehrere hundert mögliche Indikationen für Cannabis bzw. THC beschrieben.Ein Beispiel ist die erfolgreiche Behandlung eines chronischen Schluckaufs (Singultus) bei einem Patienten, der an einer Pilzinfektion der Speiseröhre litt und nach einer Operation einen anhaltenden Schluckauf entwickelte. Kein Medikament war wirksam. Cannabisrauchen brachte die Symptome jedoch vollständig zum Verschwinden.

Es zeigt sich, dass Cannabisprodukte erwartungsgemäß bei multisymptomatischen Erkrankungen, die dem Wirkspektrum von THC entsprechen, oft besonders gute Erfolge zeigen, beispielsweise bei Schmerzerkrankungen mit einem entzündlichen Anteil (z.B. Arthritis) oder einem erhöhten Muskeltonus (z.B. Menstruationsbeschwerden, spinale Spastik) oder bei Krankheitszuständen mit Übelkeit und Appetitlosigkeit, eventuell zusätzlich mit Schmerzen und/oder Angstzuständen bzw. Depression (z.B. Aids, Krebs, Hepatitis C).

Nebenwirkungen
Allgemeines

Todesfälle nach Cannabisvergiftung sind nicht beschrieben. Die mediane tödliche Dosis bei Ratten lag je nach Art zwischen 800 und 1.900 mg orales THC pro Kilogramm Körpergewicht. Bei Studien mit Affen traten selbst nach den höchsten verwendeten Dosen von 9.000 mg/kg orales THC keine Todesfälle auf.	

Alle möglichen Nebenwirkungen sind dosisabhängig. Es sollte möglichst einschleichend dosiert werden, also mit geringen Dosen begonnen werden, so dass die individuelle Dosis ermittelt werden kann und keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten.

Akute Nebenwirkungen

Zu den bekannten psychischen Nebenwirkungen zählen Sedierung, Euphorie ("High"), Missstimmung, Angst zu sterben, Gefühl des Kontrollverlustes, Einschränkung der Gedächtnisleistung, veränderte Zeitwahrnehmung, Depression, Halluzinationen. Bei starken psychischen Nebenwirkungen sollte der Betroffene an einen ruhigen Ort gebracht und verbal beruhigt werden. Die Denkleistung und die psychomotorische Leistungsfähigkeit ist vermindert. Eine diskrete Verminderung der psychomotorischen Leistung kann bis zu 24 Stunden nach THC-Gabe beobachtet werden.	

Akute häufige physische Nebenwirkungen sind trockener Mund, Bewegungsstörung, Muskelschwäche, verwaschene Sprache, Steigerung der Herzfrequenz, Blutdruckabfall im Stehen, eventuell mit Schwindelgefühl. Bei Schwindelgefühl sollte sich der Betroffene hinlegen. Im Liegen wird eher ein leicht erhöhter Blutdruck gemessen. Seltene Nebenwirkungen sind Übelkeit und Kopfschmerzen.	

Alle akuten Nebenwirkungen sind dosisabhängig und verschwinden ohne spezifische Therapie im allgemeinen innerhalb von Stunden bis zu 1-3 Tagen.

Nebenwirkungen nach Langzeittherapie

Für eine Vielzahl von Wirkungen ist die Entwicklung einer Toleranz beschrieben, darunter für die psychischen Wirkungen, die psychomotorische Beeinträchtigung, Wirkungen auf Herz und Kreislauf, Wirkungen auf das Hormonsystem, Augeninnendruck, brechreizhemmende Effekte. Toleranz bedeutet, dass die Wirkung mit der Dauer der Cannabisverwendung abnimmt. Sie kann bei wiederholter Gabe innerhalb von Wochen in unterschiedlichem Maße für verschiedene Wirkungen auftreten.	

Cannabis besitzt ein Suchtpotential. Abhängigkeit ist kein großes Problem im Rahmen einer Behandlung von Erkrankungen, jedoch können Entzugssymptome unerwünscht sein. Entzugssymptome wurden bisher nicht bei Patienten beschrieben, die chronisch mit THC behandelt wurden. Entzugssymptome wurden jedoch bei Konsumenten beobachtet, die Cannabis zu Rauschzwecken konsumierten. Dabei können psychische Symptome (Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit) und körperliche Symptome (Speichelfluss, Durchfall) auftreten.

Der Verlauf einer Psychose kann ungünstig beeinflusst werden. Bei entsprechend veranlagten Personen kann möglicherweise der Ausbruch einer Psychose beschleunigt werden.	

Cannabinoide üben komplexe Wirkungen auf männliche und weibliche Geschlechtshormone aus, deren klinische Relevanz in therapeutischer Dosierung gering ist. Es wurden vereinzelt weibliche Zyklen ohne Eisprung und eine Beeinträchtigung der Spermienbildung beschrieben. Im Tierversuch wirkt THC in hohen Dosen hemmend auf verschiedene Aspekte des Immunsystems. 
In geringen Dosen wurden sowohl immununterdrückende als auch immunstimulierende Effekte nachgewiesen. 
Cannabiskonsum beschleunigt nicht den Verlauf einer AIDS-Erkrankung, dennoch könnte eine chronische THC-Gabe ungünstig bei anderweitig immunbeeinträchtigten Personen wirken.

Studien und Fallberichte Stand: 1. Oktober 2011 
Sie finden wissenschaftliche Informationen zu den meisten Studien in englisch unter Database on Clinical Studies and Case Reports 


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