Bezeichnende Schicksale. Wenn Odysseen durchs Psychoprofiland außerhalb enden. AUSWEGE-Schriftenreihe „Psycholügen“, Band 8, Printausgabe

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Bezeichnende Schicksale
Wenn Odysseen durchs Psychoprofiland außerhalb enden
AUSWEGE-Schriftenreihe „Psycholügen“, Band 8
Harald Wiesendanger
72 Seiten
Schönbrunn 2017
Auch als PDF erhältlich: 9,90 Euro

Hauptbeschreibung
Wenn Psychoprofis an Grenzen stoßen, helfen einfühlsame Laien seelisch Belasteten oftmals weiter. In den Camps der Stiftung Auswege, wie auch in den Praxen der ihr angeschlossenen Heiler, geschieht dies unentwegt. Die Thesen und Argumente der bisherigen Schriftenreihe „Psycholügen“ untermauert Band 8 durch eine kleine Auswahl von bewegenden Erfolgsgeschichten, von denen es keine einzige geben dürfte, wenn Experten für unheile Seelen ebenso alleinzuständig wären wie für das Bauen von Brücken, das Steuern von Flugzeugen oder das Programmieren von Computern. Es stellt bezeichnende Schicksale von psychisch „Kranken“ vor, die erst bei unprofessionellen Laienhelfern jene Hilfe fanden, welche sie bei Fachleuten jahrelang vergeblich gesucht hatten.

Inhaltsverzeichnis
Kranktherapiert – Vom verpfuschten Leben einer jungen Frau in den Mühlen der Psychiatrie
Denkschleifen aufgelöst – Innere Befreiung beim Wirtschaftsingenieur
Nach draußen gefunden – Von Autismus keine Spur mehr
Endlich wieder Power – Geistheilung eines „Ausgebrannten“
“Meterhohe Blockaden abgebaut“ – Zehn Experten, null Hilfe
Ihrem Gefängnis entflohen – Wie eine Lehrerin ihr Missbrauchstrauma überwand
„Als hätte sich ein Fenster geöffnet“ – Luceros unprofessionelle Befreiung
Unverhoffter Lichtblick für Mandy – Wie eine vermeintliche Psychotikerin bei uns Hilfe fand
Die Blitzheilung einer Schwerstdepressiven:
Warum Nora lieber zum Profi wollte – und was sie davon hatte
“Achtsam und liebevoll“ – Warum es 13 „psychisch Gestörten“ deutlich besser geht
Anmerkungen

Einführung
Ein unzeitgemäßes Lob des Einzelfalls

Arg in Verruf geraten ist er in der Medizin, der Einzelfall. Wer ihn vorlegt, ob auf Kongressen oder in Fachzeitschriften, macht sich verdächtig. Er spürt Rechtfertigungsdruck. Hat er nichts Besseres anzubieten? Patientengeschichten, neudeutsch Case Reports, gelten inzwischen als minderwertiges Beweismittel. Egal wie ausführlich, detailliert und zahlreich: In der Hierarchie verfügbarer „Evidenzen“, auf welchen die westliche Heilkunde basieren will, landen sie weit abgeschlagen auf unterster Stufe. Nahezu alle medizinischen Fachjournale lehnen es mittlerweile ab, welche zu veröffentlichen; allenfalls in verstümmelter Kurzfassung oder in einem Leserbrief gehen sie ausnahmsweise noch durch. Ganz oben thront die Heilige Kuh moderner Medizinforschung, die randomisierte, placebokontrollierte Studie (RCT).1 Als noch verehrenswerter gelten mehrere RCTs, am meisten gepriesen werden Metaanalysen und systematische Übersichten (Reviews) möglichst vieler; den glorreichen Gipfel bilden neuerdings Meta-Metaanalysen. (Gehören sie nicht ihrerseits metaanalysiert?) Darunter folgen, mit nachlassender Reputation, unverblindete Studien mit Kontrollgruppe, experimentelle Studien ohne Kontrollgruppe, „deskriptive“ Vergleichs- und Korrelationsstudien, Berichte und Empfehlungen von Expertenrunden.
Demnach wäre dieser achte Band der Schriftenreihe „Psycholügen“ einer, den Sie getrost beiseite legen können, wenn Sie Grenzen und Gefahren der modernen Seelenheilkunde einzuschätzen versuchen. Im Vordergrund stehen hier nämlich neun Geschichten von psychisch schwer belasteten Patienten. Allen Betroffenen bin ich in den Therapiecamps meiner Stiftung Auswege begegnet, ihre Schicksale haben mich besonders berührt und bewegt. Erst in jenen Camps, in der Obhut von psychologischen und medizinischen Laien, fanden sie endlich, wonach sie zuvor in den Praxen und Beratungsstellen, Ambulanzen und Kliniken von Psychoprofis jahrelang vergeblich gesucht hatten: Verständnis, Zuwendung – und Heilung. Wie kann es sein, dass ihnen mutmaßliche Experten – Diplom-Psychologen, Psychotherapeuten, Fachärzte und Professoren für Psychiatrie – erbärmlich wenig bis gar nichts zu bieten hatten, ihnen im Gegenteil erheblichen Schaden zufügten, obwohl sie dabei doch „Best Practice“ betrieben, geleitet von „evidenzbasierten“ Verfahrensregeln? Sind solche Fälle wirklich nichtssagend, vernachlässigbar?
Die Abwertung des Fallbeispiels, wie auch der darauf gestützten Erfahrung, ist Teil eines wohldurchdachten, von langer Hand vorbereiteten Generalangriffs auf die ärztliche Entscheidungs- und Therapiefreiheit. Er zielt darauf, unsere Ärzte grundsätzlich misstrauen zu lassen, was Auge, Ohr und Großhirn ihnen vermitteln. Ihrer praktischen Vernunft sollen sie abschwören, um zum willigen Vollzugsorgan „der Wissenschaft“ zu werden – und damit jener mit der Macht, diese Institution für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Der beste Arzt ist aber nicht derjenige, der die meisten Studien höchster Evidenzlevels rezitieren und leitlinienkonform umsetzen kann – sondern einer, der aufmerksam beobachtet, eingehend und kommunikativ geschickt befragt, empathisch mitdenkt und –fühlt, aus Gesehenem und Gehörtem naheliegende Schlüsse zieht, Besonderheiten mitbedenkt, vor voreiligen Verallgemeinerungen auf der Hut ist. Dabei schöpft er nicht bloß aus übernommenen Fremdwissen, sondern aus einem wachsenden persönlichen Datenschatz, den ihm Begegnungen mit Hunderten, wenn nicht Abertausenden von Hilfesuchenden im Laufe vieler Praxisjahre bescheren, wie auch ein achtsames, reflektiertes Leben in Gesellschaft.
Was geschähe, wenn er sich vornehmlich darauf verließe? Psychisch Belasteten würde er Psychopharmaka mit Sicherheit bloß ausnahmsweise verordnen, auf dem Höhepunkt einer schweren Krise, möglichst niedrig dosiert und nur für kurze Zeit. Denn seine eigene Wahrnehmung führt ihm erschütternd vor Augen, was das Zeug über kurz oder lang bei Betroffenen in Leib und Seele anrichtet. Verfahren allzuviele Fachkollegen ebenso, dann gefährden sie ökonomische Interessen: die Profite eines der umsatzstärksten, mächtigsten Industriezweige auf diesem Planeten. Nahezu sämtliche Arzneimittelstudien bewerkstelligt und veröffentlicht Big Pharma in eigener Regie, dirigiert 85 Prozent aller ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen, führt nahezu sämtliche Opinion Leaders der Ärzteschaft auf seinen Honorarlisten – und damit die wichtigsten Vortragsredner auf Kongressen, Lehrer in Ausbildungsstätten, Autoren von Lehrbüchern und Fachartikeln, Entscheider in Leitlinienkommissionen -, täuscht Zulassungs- und Aufsichtsbehörden, wie auch Medien und Öffentlichkeit mittels einer monströsen, mit einem alljährlich mindestens zweistelligen Milliardenbetrag betriebenen Marketingmaschine. Erst aus dieser innigen Verflechtung, die unser Gesundheitssystem weitgehend zum Spielball organisierter Kriminalität verkommen ließ3, wird die Verherrlichung des RCT-Paradigmas begreiflich; erst sie erklärt, wie es ein praxisfernes, mit Unzulänglichkeiten behaftetes Testdesign, das ursprünglich bloß für Arzneimittel gedacht war, allmählich zum humanwissenschaftlichen Erkenntnisquell schlechthin bringen konnte.4 Die eigene Erfahrung des Behandlers wird dabei zum geschäftsschädigenden Ärgernis, sie bedroht Umsätze.
Insofern gegen den Strom zu schwimmen, unbeirrt auf der eigenen Erfahrung mit einzelnen Patientenschicksalen zu beharren, obwohl, nein gerade weil sie angeblich gesichertem „evidenzbasiertem“ Wissen krass zuwiderläuft: das ist mitunter starrköpfig, fahrlässig und gefährlich, aber weder stets rückschrittlich noch stets ignorant, sondern häufig zutiefst weise und segensreich, in der Psychiatrie noch weitaus mehr als in jedem anderen Teilgebiet der Medizin. Wieviel wäre den bemitleidenswerten Menschen, um die es in diesem Buch geht, an Beeinträchtigungen, Qualen und Schaden erspart geblieben, wenn sie rechtzeitig an einen querdenkenden Arzt geraten wären, der sich seine gesammelten Praxiserfahrungen nicht ausreden lässt?

Anmerkungen
1 Mehr dazu in H. Wiesendanger: Außer Kontrolle. Warum die Stiftung Auswege „unwissenschaftlich“ vorgeht – und dazu steht, Schönbrunn 2016.
2 Es handelte sich um das 25. Camp, das im Juni 2017 nahe Kassel stattfand. Über Verlauf und Ergebnisse berichte ich auf der Website der Stiftung Auswege, Rubrik „Veranstaltungen“, Unterpunkt „Frühere Camps“.
3 Siehe Peter Gotzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität, München 2014; Tödliche Psychopharmaka, München 2016.
4 Siehe H. Wiesendanger: Teufelszeug – Warum wir von Psychopharmaka fast immer die Finger lassen sollten, Abschnitt „Der Coup mit der Kuh“, Schönbrunn 2017; ders.: Unheilkunde – Wie eine Pseudomedizin Hilfesuchende täuscht, Schönbrunn 2017.

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