Den Himmel mit den Händen stützen ….. SZBZ

SZ Sindelfinger Zeitung
BZ Böblinger Zeitung

Ratgeber                             Für die Woche 27. Mai bis 3. Juni 2008


Jeden Montag und Donnerstag im Sindelfinger Sommerhofenpark: die Teilnehmer der Gruppe „Qi-Gong im Park“ treffen sich zum ent- spannten Start in den Tag.                                                                                                                                                               Bild: Stampe
Gesundheit:  Schöner Tagesbeginn mit Qi-Gong-Übungen im Sindelfinger Sommerhofenpark
 

Den Himmel mit Händen stützen

Langsam, wie in Zeitlupe, vollzieht ein kleines Grüppchen bewegungsfreudiger Menschen, was Übungsleiterin Marianne Laug vorgeführt hat. Das ungewöhnliche Treiben hat auch eine durch den Sommer- hofenpark spazierende Passantin stehen bleiben lassen. Mit einem Sicherheitsab- stand zur Gruppe übt sie mit. Sollte die Dame Lust auf mehr haben: der Qi-Gong- Kurs findet bis Mitte Juli zwei Mal wöchent- lich statt.
„Das trägt durch den Tag durch, die letzte Stunde hat mir richtig gut getan“, wird Ma- rianne Laug zur letzten Übungsstunde vor den Pfingstferien von einer älteren Teilneh- merin begrüßt. Ein Urteil, dass umso mehr wiegt, als auch eine persönliche Erkenntnis aus dieser Erfahrung mit der aus dem chine- sischen stammenden Übungs- und Ent span- nungsform resultierte: „Man muss seinen Kruscht daheim auch mal liegen lassen kön- nen“, berichtet die Teilnehmerin voller Stolz von jenem Kampf mit dem Alltag, der viele Menschen letztendlich davon abhält, sich und ihrem Körper zwischendurch Gutes zu tun.

Wiese als Übungsraum

Eine Dreiviertelstunde Qi-Gong (sprich: Tschi Gung) zum Beispiel. Seit letztem Som- mer bietet die Döffingerin Marianne Laug Qi-Gong im Sommerhofenpark an. Kommen und Üben lautet das Motto. Wem’s gefällt, der kann sich auch eine 5er-Karte kaufen. Das sechste Mal mitüben ist dann praktisch gratis. Nach wie vor ist es ein kleiner Teilnehmerkreis, die meisten etwa zwischen 30 und 50 Jahre alt. Größer als 15 Personen

pro Übungseinheit sollte die Gruppe aber nicht werden. „Dann schaff ich’s mit der Achtsamkeit nicht mehr“, stellt die ehemali- ge HP-Projektmanagerin fest. Wie viele Menschen zum jeweils montags und donnerstags stattfindenden Kurs kommen, das ist auch für sie von Mal zu Mal eine Überraschung. Schön aber, wenn sich dann kurz vor neun Uhr möglichst viele Teilneh- mer aus den verschiedenen Richtungen des Parks dem in der Nähe des kleinen Biergar- tens gelegenen „Übungsraum“ auf der saftig grünen Wiese nähern.

Vögel und Frösche wahrnehmen

Die Idee zum gemeinsamen Üben unter freiem Himmel kam Marianne Laug als sie mit ihrer Tai-Chi-Gruppe (diese gegenüber dem Qi-Gong etwas komplexere Bewe- gungsabläufe verlangende Übungsform praktiziert sie seit 1997) einmal in den Park zum Üben kam.. „Gerade morgens, wenn noch nicht so viel los ist, ist es hier wunder- schön“, findet sie. Nur gedämpft dringt Stra- ßen- und Alltagslärm herüber, umso intensi- ver nimmt man während des Übens die Vogelstimmen und das Quaken der Frösche wahr. Auch den Wind bewusst übers Ge- sicht streichen zu spüren ist eine Qualität.
Geübt werden die acht Bewegungsabläufe aus der Sequenz der Brokatübungen. Sie tragen so hübsch klingende Namen wie „Den Himmel mit beiden Händen stützen“ (öffnet die Atemräume, Ermüdungserschei- nungen verschwinden, Verdauung wird an- geregt) oder „Den Bogen spannen und den Adler schießen“ (kräftigt die Muskulatur,

baut nervöse Spannungen ab und mindert Schlafstörungen). Nach jeder Übung folgt eine kurze Entspannungsphase im schulter- breiten Stand, bei der die Hände vor dem Tan Tiem – das ist ein Energiezentrum des Körpers etwa drei Finger breit unter und hinter dem Bauchnabel – übereinander lie- gen.

Abläufe müssen stimmen

„Für mich sind bei diesen Übungen drei Dinge wichtig: Bewegung, Achtsamkeit und Entspannung“, erläutert Marianne Laug ihr an die Yogaprinzipien angelehntes Konzept. Über die Atmung spricht sie während der ersten Übungsstunden noch nicht. „Die meisten machen das ohnehin schon richtig. Mir kommt es aber darauf an, dass die Bewegungsabläufe stimmen. Erst wenn man sie ohne großes Nachdenken ausführt, entfalten sie ihre volle Wirkung“, sagt die Übungsleiterin. „An den Brokatübungen schätze ich, dass sie sich gut adaptieren lassen und sich in ihrer Frequenz, je nachdem wie viel Zeit man zum Üben mitbringt, anpassen lassen“, sagt die Döffingerin und ist gespannt, wer nach der Pfingstpause ab dem 26. Mai wieder aus den verschiedenen Richtungen des Klosterseeparks zum dann bis zu den Sommerferien andauernden Qi-Gong-Kurs erscheint.                Thomas Volkmann

 

Qi-Gong im Park, jeweils montags und donnerstags (sofern es nicht regnet) bis 27. Juli von 9 bis 9.45 Uhr im  Sommerho- fenpark Sindelfingen. Weitere Informa- tionen: www.Spirit-of-Relaxation.de

 

 

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