plbanner

Anne Seidel: Chlebnikov weint

16,80 € VERSANDKOSTENFREI
Versandkostenfrei
Lieferzeit 1–3 Tage

Bitte beachten Sie, dass es bei Lieferungen ins Ausland zu abweichenden Lieferzeiten kommen kann.

In den Warenkorb

Anne Seidel
Chlebnikov weint
Gedichte
Reihe Neue Lyrik – Band 9
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Hrsg. von Jayne-Ann Igel,
Jan Kuhlbrodt und Ralph Lindner
poetenladen Herbst 2015
Gebundene Ausgabe 72 S. | 16.80 €
ISBN 978-3-940691-67-5

 

Mit dem Titel bereits signalisiert Anne Seidels Debütband Nähe zu einem der wirkungsmächtigsten russischen Dichter und zum russischen Futurismus. Die Deterritorialisierung der Worte, eine Art Aneignung des Futurismus, führt nicht nur zu einer neuen klanglichen zarten Klarheit und einem rätselhaften Sinn, sondern verlangt auch danach, dass in diesen Texten immer mit äußerster Genauigkeit gedacht wird. Die Sichtbarkeit dieses Denkens durchzieht diese Gedichte und macht ihre Untrennbarkeit genauso aus wie das Russische, auf das immer wieder Bezug genommen wird.

„In einem gewissen Sinne wirken Anne Seidels Gedichte kryptisch. In ihrem assoziativen Verfahren gleichen Worte Schlaglichtern, die punktuell eine Szenerie erhellen oder aufscheinen lassen, osteuropäisch anmutende Kultur- und Stadtlandschaften etwa, wie es z.B. in dem bei aller Reduktion wunderbar atmosphärischen Gedicht Sankt Petersburg zu beobachten ist.“ Jayne-Ann Igel

Anne Seidel, 1988 in Dresden geboren, studiert Slavistik und Osteuropäische Geschichte an der Universität Gießen. Seit 2011 hat sie verschiedene surreale und minimale Projekte in Dresden initiiert: Sound-Art-Installationen wie SOUND MEMORIES (Cynetart 2011) und SOLANGE, Lesungen mit Live-Field Recordings mit Stefan Senf, Jazz-Musikern wie Steffen Roth und Günther Heinz.


HYGIENE DER ANGST II

 

hier: schoenheit ist am ernsthaftesten: grundlos.

weißgefliest-aengstlich schweben kristalle ins meer hinaus,

umspuelen reglose glaswaende die flocken

 

hier: schoenheit ist am ernsthaftesten: grundlos,

die weiße angst zu verhaengen, schneiend-schwarz

erzittert und zerfaellt die erwartung der tiere

 

Aus: Chlebnikov weint (2015)


„Anne Seidel schreibt in Chlebnikov weint die Tradition der russischen Moderne fort. Eisenbahnfahrten durch Sibirien, eine Menge Schnee voller Spuren, die sich wieder auf lösen, aber auch die Sowjethistorie samt ihrer Deportationen und Straf lager bildet die motivische Struktur. Mit einem atmosphärischen, oft klassisch anmutenden Vokabular entsteht in diesen Gedichten ein Bewusstseinsraum, der die logische Struktur der Sprache außer Kraft setzt und stattdessen Brüche, Verkantungen, Öffnungen erzeugt – immer auf der Suche nach einer grundlegenden Stille, von der sich die Wahrnehmungen flüchtig abheben. ›denn nichts / zu verstehen, ist die einzige moeglichkeit, etwas zu verstehen‹, heißt es im Eröffnungsgedicht dieses intensiven, hochenergetischen Debütbandes, nach dessen Lektüre man wesentlich besser versteht, was Verstehen sein könnte.“
Lyrikempfehlung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung


Das Buch im Verlag

Autoren-Foto: Werner Lieberknecht

suprcomonlineshop

Einloggen

Guten Tag, | Ausloggen

Guten Tag, | Adminbereich | Ausloggen